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<title>Turtmanntal</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Turtmanntal</span></h1>
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<p>Das <b>Turtmanntal</b> (<a href="Walliserdeutsch" title="Walliserdeutsch">walliserdeutsch</a> <i>Turtmaatelli</i>, <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">französisch</a></span> <span lang="fr-Latn" style="font-style:italic"><i>Val de Tourtemagne</i></span> oder <i><span lang="fr">Vallée de Tourtemagne</span></i>) im <a href="Oberwallis" class="mw-redirect" title="Oberwallis">Oberwallis</a> ist eines der kürzeren (und daher steilsten) der langen, südwärts gegen den Alpenhauptkamm ziehenden Seitentäler des <a href="Schweizer_Rhonetal" class="mw-redirect" title="Schweizer Rhonetal">Rhonetals</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geographie">Geographie</h2></div>
<p>Das Turtmanntal liegt zwischen dem <a href="Val_d%E2%80%99Anniviers" title="Val d’Anniviers">Val d’Anniviers</a> oder deutsch "Eifischtal" im Westen (mit Verbindung u.&nbsp;a. über den <a href="Meidpass" title="Meidpass">Meidpass</a>) und dem <a href="Mattertal" title="Mattertal">Mattertal</a> (mit Verbindung über den <a href="Augstbordpass" title="Augstbordpass">Augstbordpass</a>) und dem <i>Ginals</i> oder auch <i>Ginanztal</i> bei der Gemeinde <a href="Unterb%C3%A4ch" title="Unterbäch">Unterbäch</a> im Osten. Es ist das westlichste der deutschsprachigen Täler im Wallis südlich der <a href="Rhone" title="Rhone">Rhone</a>. Es nimmt seinen Ursprung allerdings weiter nördlich als seine Nachbartäler und ist weniger tief eingegraben als diese. Der Talboden liegt bis über seinem mittleren Teil höher als im Mattertal und im Val d’Anniviers, um dann zum Walliser Haupttal umso steiler abzufallen. Aus diesem Grunde ist das Turtmanntal auch nur im Sommer zu <a href="Alm_(Bergweide)" title="Alm (Bergweide)">Alp</a>- und Ferienzwecken bewohnt. Der Zugang über die Talstrasse verläuft wegen dieser geographischen Gegebenheiten auch nicht durch den schluchtförmigen Talausgang, sondern erst in einiger Höhe über die am Hang des Rhonetals gelegenen Bergdörfer <a href="Unterems_VS" title="Unterems VS">Unterems</a>, <a href="Oberems_VS" title="Oberems VS">Oberems</a> und <a href="Ergisch" title="Ergisch">Ergisch</a>.
</p><p>Politisch gehört das Turtmanntal zu den drei Gemeinden Ergisch, Turtmann-Unterems und Oberems. Zwischen den Gemeinden Turtmann und Oberems bestand ein jahrhundertealter Streit über den genauen Grenzverlauf. Dieser wurde erst am 22. Dezember 2004 durch ein Urteil des <a href="Bundesgericht_(Schweiz)" title="Bundesgericht (Schweiz)">Bundesgerichtes</a> endgültig festgelegt.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Turtmanntal mit dem <a href="Turtmanngletscher" title="Turtmanngletscher">Turtmanngletscher</a> weist eine sehr naturnahe, intakte Alpenflora und -fauna auf. Es hat überdies eine der höchsten <a href="Waldgrenze" class="mw-redirect" title="Waldgrenze">Waldgrenzen</a> in <a href="Europa" title="Europa">Europa</a> bis teilweise auf über <span style="border-width:0px; padding:0px; margin:0px;">2200&nbsp;<abbr title="Meter über Meer">m&nbsp;ü.&nbsp;M.</abbr></span>
</p><p>Das Tal entwässert über den <a href="Bach_(Gew%C3%A4sser)" class="mw-redirect" title="Bach (Gewässer)">Wildbach</a> <a href="Turtm%C3%A4nna" title="Turtmänna">Turtmänna</a>, die dem Turtmanngletscher entspringt. An der Mündung der namengebenden Turtmänna in die Rhone liegt der Ort <a href="Turtmann" title="Turtmann">Turtmann</a> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">französisch</a></span> <span lang="fr-Latn" style="font-style:italic"><i>Tourtemagne</i></span>) (analog: <a href="Vispertal" title="Vispertal">Vispertal</a> (-täler)/<a href="Visp" title="Visp">Visp</a>/(<a href="Matter_Vispa" class="mw-redirect" title="Matter Vispa">Matter-</a> und <a href="Saaser_Vispa" class="mw-redirect" title="Saaser Vispa">Saaser-</a>) <a href="Vispa" title="Vispa">Vispa</a>; Baltschiedertal/<a href="Baltschieder" title="Baltschieder">Baltschieder</a> usw.).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bewirtschaftung">Bewirtschaftung</h2></div>
<p>Im ganzen Tal verteilt befinden sich kleinere Häusergruppen, auch <i>Stafel</i> genannt. Diese dienten bis Mitte der 1970er Jahre den Bauern dazu, ihr Vieh zu sömmern. Die meisten Stafel sind dabei aufgeteilt in einen unteren, mittleren und oberen Stafel. Im Frühjahr zogen die Bauern dabei mit ihrem Vieh zuerst vom <a href="Dreistufenwirtschaft#Stufe_Eins" title="Dreistufenwirtschaft">Heimatort</a> in die Voralpen, umgangssprachlich auch <i>Weiden</i> genannt, dann in den <a href="Maiens%C3%A4ss" title="Maiensäss">unteren Stafel</a>, dann in den mittleren Stafel und im Hochsommer auf den <a href="Dreistufenwirtschaft#Stufe_Drei" title="Dreistufenwirtschaft">oberen Stafel</a>. Anschliessend wieder rückwärts, bis man im Spätherbst mit dem Vieh wieder im Heimatort war.
</p><p>Die meisten Ställe und Alphütten dieser Stafel sind heute zu Ferienhäuschen, auch <a href="Chalet" title="Chalet">Chalets</a> genannt, umgebaut. Dabei ist zu beachten, dass im gesamten Turtmanntal ein Bauverbot herrscht, es dürfen also keine neuen Häuser mehr aufgestellt werden, sondern unter rigorosen Vorschriften nur bestehende umgebaut werden. Von der Bergstation der Seilbahn <i>Turtmann–Oberems</i> besteht in der Sommersaison eine Busverbindung des <i>Busbetriebs Oberems-Gruben</i> nach Gruben/Meiden im hinteren Turtmanntal.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die historische Anzahl der Stafel im Turtmanntal, die im althergebrachten Stil als so genannte Geteilschaften bestanden, ist umstritten. Tatsache ist, dass im Jahr 1973 im Rahmen einer Bodenverbesserung (<a href="Melioration" title="Melioration">Melioration</a>) insgesamt 17 Geteilschaften zu der heute noch bestehenden Alpgenossenschaft Turtmanntal zusammengeschlossen wurden. Es sind dies <i>Niggelingu</i>, <i>Grindji</i>, <i>Tschafel</i>, <i>Pletschu</i>, <i>Goli</i>, <i>Rotigu</i>, <i>Simmigu</i>, <i>Jännigu</i>, <i>Gruben</i>, <i>Meiden</i>, <i>Blüematt</i>, <i>Gigi</i>, <i>Brändji</i>, <i>Hungerli</i>, <i>Bitzu</i>, <i>Sänntum</i> und <i>Spycherli</i>. Auch dies geschah nicht ohne Nebenwirkungen: Die Alpgeteilschaft Gigi wehrte sich vor dem Kantonsgericht Wallis gegen die Zwangseingliederung in die Alpgenossenschaft Turtmanntal mit dem Argument, dass sie eine reine Privatalpe sei, hatte jedoch mit dieser Klage keinen Erfolg.
</p><p>Die Alpgenossenschaft Turtmanntal ist seither alleinige Bewirtschafterin der beweidbaren Flächen im Turtmanntal. Zu diesem Zweck wurden insgesamt vier grosse Ställe mit Melkanlagen gebaut: Im Talgrund in Rotigu Unterstafel und in Blüematt Unterstafel, oberhalb der Waldgrenze in Jännigu Oberstafel und im Chalten Berg (=Blüematt Oberstafel).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Tourismus">Tourismus</h2></div>
<p>Es wird ein sanfter Tourismus betrieben. Im ganzen Tal befinden sich dazu einige Restaurants und Beherbungsbetriebe, wie z. B. das Hotel Schwarzhorn<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> in Gruben. Bis dorthin gelangt man im Sommer auch mit einem Bus. Der südlichste und höchste ist die <a href="Turtmannh%C3%BCtte" title="Turtmannhütte">Turtmannhütte</a> des Schweizerischen Alpenclubs, einer beliebten Zwischenstation zum höchsten für Nicht-Alpinisten erwanderbaren Berggipfel der Schweiz, dem <a href="Barrhorn" title="Barrhorn">Üssers Barrhorn</a> (<span style="border-width:0px; padding:0px; margin:0px;">3610&nbsp;<abbr title="Meter über Meer">m&nbsp;ü.&nbsp;M.</abbr></span>). Unterhalb dieser Hütte befindet sich zudem die Staumauer des <a href="Turtmannsee" title="Turtmannsee">Turtmannsees</a>.
</p><p>Die 17. und 18. Etappe des <a href="Alpenp%C3%A4sse-Weg" title="Alpenpässe-Weg">Alpenpässe-Wegs</a> (nationale Route 6) queren das Tal von Ost (<a href="Augstbordpass" title="Augstbordpass">Augstbordpass</a>) nach West (<a href="Meidpass" title="Meidpass">Meidpass</a>) über Gruben (Übernachtungsstation). Auf der Ostseite verläuft sie im unteren Teil zusammen mit dem <a href="Turtmanntaler_Aussichtsweg" title="Turtmanntaler Aussichtsweg">Turtmanntaler Aussichtsweg</a> (lokale Route 185).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Turtmanntal?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Turtmanntal</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.turtmanntal.ch/">Turtmanntal Tourismus</a></li>
<li><a href="Alois_Grichting" title="Alois Grichting">Alois Grichting</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008389"><i>Turtmanntal.</i></a> In: <i><a href="Historisches_Lexikon_der_Schweiz" title="Historisches Lexikon der Schweiz">Historisches Lexikon der Schweiz</a></i>. <span style="white-space:nowrap;"> 2017</span>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><i>Urteil 1P.525/2004.</i> Ehemals im <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.oberems.ch/tourismus/anreise-fahrplaene"><i>Gemeinde Oberems: Anreise-Fahrpläne</i></a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.hotelschwarzhorn.ch/de/"><i>Website: Hotel Schwarzhorn</i></a></span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">46.218055555556</span><span class="longitude">7.7091666666667</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:46.218055555556,7.7091666666667"><span title="Breitengrad">46°&nbsp;13′&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">7°&nbsp;43′&nbsp;<abbr title="Ost">O</abbr></span>; <span title="Schweizer Landeskoordinaten">CH1903:&nbsp;</span><span title="y easting">620875</span>&nbsp;/&nbsp;<span title="x northing">118548</span></a></span>
</p>
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Normdaten&nbsp;(Geografikum): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4337021-4">4337021-4</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/238098720/">238098720</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-08-12" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Turtmanntal&amp;oldid=258793503">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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